Eintrag 7 – Feuertag 17. Desnus 4724 AR

Wie erwartet waren wir heute Morgen alle noch etwas angeschlagen als wir uns im Tempel wiedertrafen. Abstallah erging es nicht anders und auch Audrani merkte man die Anstrengungen der vergangenen Nacht noch deutlich an.
Sie bedankte sich noch einmal für unsere Hilfe und verabschiedete sich dann schnell, um weiter nach Rodericks Bucht zu reisen.

Zusammen mit Abstallah besprachen wir die Informationen die Nualia uns zurück gelassen hatte genauer. Karelia und Abstallah fiel auf, dass die Zahl sieben eine große Rolle zu spielen schien. Immer wieder taucht sie auf, wenn man sich mit dem tassilonischen Zeitalter beschäftigt und die sieben Plagen wohl nicht zufällig gewählt sind.

Abstallah war überzeugt das sich in der Grube ein neues Unheil zusammen braut. Mir ist aufgefallen das er sehr nervös war, viel mehr als sonst, wenn Probleme vor der Tür stehen, die gelöst werden müssen.
Ich habe ihn vorsichtig darauf angesprochen, und er sagte das es Nualias Worte waren, die ihn hart trafen.
Die Idee, das sich aus Nualias Peinigern, die noch immer in Sandspitze leben, etwas Neues, böseres entwickelt haben könnte, machte ihm Angst. Deshalb wollte er das wir die Sache weiter beobachten, uns in der Stadt umhören und auch der Grube einen Besuch abstatten.

Die Wichtigkeit dieser Nachforschungen war uns gleich bewusst, deshalb willigten wir ein, obwohl unser Wissen über die Personen von damals und die Grube eher dürftig waren.

Wir versuchten auf verschiedenen Wegen in der Stadt einige Informationen zu beschaffen.
Natürlich zog es Karelia und Boingart dabei auch zurück in den Schleimaal. Zur richtigen Zeit des Tages wäre es vielleicht eine gute Idee gewesen, aber am Mittag findet sich dort niemand außer den Trunkenbolden deren Verstand vor langer Zeit am Grund eines Glases verloren ging.

Karelia war recht demotiviert, als wir uns erneut mit Brodert Quinn, dem Runenmeister getroffen haben. Sie hat die Runenwächter bezahlt, um zu helfen das Rätsel des Raumes mit den roten Säulen zu lösen, in der Hoffnung es würde uns weiter helfen.
Doch tassilonische Nachforschungen waren immer schon eine Qual für sie und sie hat schnell das Handtuch geworfen. Ich fürchte Brodert war etwas enttäuscht, von Ellywicks Tochter hat er sich sicher mehr Enthusiasmus erhofft. Ganz wie unsere Mutter scheint er nicht zu verstehen, dass nicht jeder der mit einem großen Wissen über Tassilon ausgestattet wird, auch automatisch die Begeistung dafür teilt.

Mit Karelias Laune an einem neuen Tiefpunkt, trafen wir uns wieder mit den anderen beiden.
Sumack hatte einige Passanten gefunden, die ihm bestätigten, das Ribnugget nach seinem Fall als Untoter wieder aufgestanden war. Danach sei er von einem anderen Stamm noch einmal vernichtet worden, wohl aber nicht endgültig genug. Die Informationen deckten sich mit unseren Vermutungen, aber neue Erkenntnisse brachten sie uns leider nicht.

Völlig frustriert begannen wir noch einmal einige Leute zu befragen. Was die Grube anging, waren die meisten Bürger so ahnungslos wie wir, aber uns wurde immer wieder Brodert Quinn genannt, der wohl am ehesten etwas dazu sagen konnte.

Karelia war wenig begeistert an diesem Tag noch einmal mit ihm zu sprechen, willigte aber doch ein zu ihm zu gehen.
Das Gespräch war recht gezwungen, aber zumindest haben wir noch einige uns bisher unbekannte Geschichten gehört.

Wir wussten bisher nur das die Grube ein großes Loch mit nicht absehbarem Boden ist. Neu war für uns das sie ab 15 Metern bereits vollständig mit Nebel gefüllt ist.
Forscher die Messungen angestrebt hatten, maßen 50 Meter tiefer und dann wurden einige von ihnen plötzlich von einem starken Ruck in die Tiefe gerissen. Legenden zufolge soll am Grund der Grube der Sandspitz Teufel leben, ein flammendes Pferd, aber ich kann mir nicht vorstellen das ein Pferd, selbst eines in Flammen, so etwas tun würde.
Hoffentlich ist es nicht nötig herauszufinden was wirklich ganz unten ist. Manche Dinge sollten besser in Frieden gelassen werden.

Angeblich hat Arrika, die Tochter vom Bäcker Evertin, den Sandspitz Teufel einst gesehen und die Begegnung als einzige überlebt. Irgendwann sollten wir mit ihr sprechen.

In den oberen Schichten der Grube haben die Pfeifzahn Goblins ihre Höhlen angelegt. Wenn wir nach Ribnugget suchen wollen, sollten diese wohl unser erstes Ziel sein. Ich konnte sehen, wie die Hände der beiden Frontkämpfer an ihre Waffengriffe zuckten, als Brodert den Goblin Stamm erwähnte. Das längst nicht mehr alle Goblins unsere Feinde sind, ist in ihren ersten Impulsen noch nicht angekommen. Ich weiß nicht, wie es mit dem Pfeifzahn Stamm ist, aber ich hoffe das ich nicht bald Zeuge eines unnötigen Blutbades werden muss.

Die Idee weitere Informationen einzuholen ist in der Frustration des Tages verschwunden. Die anderen drängten darauf, dass wir alles Nötige einkauften, um uns für einen Besuch der Grube vorzubereiten.
So kauften wir Kletterausrüstung und einige Schriftrollen der sanften Landung für den Ernstfall. Danach verabschiedeten wir uns, um noch eine ruhige Nacht zu haben, bevor wir morgen mit voller Kraft aufbrechen werden.