Vier Tage sind vergangen seit wir uns von den Gefährten am Tempel verabschiedet hatten.
In der Zwischenzeit hatte ich Übungsstunden bei Cyrdak Drokkus mit der Fidel genommen. Allmählich klappt es recht gut, wenn auch die verpatzten Töne der Fidel viel schwerer zu ertragen sind als die am Klavier.
Zumindest ist es ein tragbares Instrument, sodass ich nicht ganz auf den musikalischen Ausgleich verzichten muss, falls es noch einmal zu einer mehrtägigen Mission kommt.
Vater sagte immer es wäre genauso wichtig für das seelische Gleichgewicht zu Sorgen wie für das körperliche Wohlbefinden. Ich denke das er damit recht hatte.
Wenn Lia gefragt wird, sagt sie stehts sie findet ihren Ausgleich im Kampf oder im Whisky. Ich bin wohl der Einzige, der weiß, wie falsch das ist. Als Kleriker und Bruder ist es in doppeltem Maße meine Aufgabe für ihr seelisches Gleichgewicht zu sorgen, irgendwie schaffe ich das, auch wenn es nicht leicht wird.
Heute Morgen haben wir uns mit Boingart und Sumack getroffen, um die gefundenen Wertgegenstände genauer in Augenschein zu nehmen.
Die Schriftrolle für ein Weihe Ritual war interessant. Ich frage mich, ob wir je ein so unheiliges Areal finden dass wir auf diesen Zauber angewiesen sind. Ich hoffe nicht.
Bei der zweiten Schriftrolle sah ich Karelias Augen aufleuchten. Die Rolle hält den Zauber Waffensturm, der ihre derzeitigen Fähigkeiten noch übersteigt, dennoch wollte sie sie behalten. In solchen Momenten frage ich mich, ob sie es nicht doch etwas bereut sich nicht ganz dem Pfad der Magie gewidmet zu haben wie unsere Mutter.
Der Ranseur den Alasnist in ihren Händen hielt, entpuppte sich als mächtige Waffe. Nur leider in einer Form, die keinem in dieser Gemeinschaft so recht zusagte. Wir werden sie wohl verkaufen, und den Gewinn nutzen um unsere Ausrüstung zu verbessern.
Am meisten überrascht hat mich die kleine Schlangen Statuette, die wir im Qlippoth Lord Schrein gefunden hatten. Das verwunderliche war nicht das ihr Magie innewohnte, oder das man damit einen Schergen in Form einer giftigen Viper beschwören konnte. Was mich verwunderte war, dass man mich auserkoren hatte sie zu tragen und im Falle eines Kampfes zu verwenden.
Ich mag es nicht andere zu verletzten und ich bin noch nicht sicher, ob es wirklich etwas anderes ist die Viper loszulassen, um nicht selbst gegen den Feind vorrücken zu müssen. Doch das Vertrauen, das man in mich setzte und die Versicherung das wir wieder Seite an Seite für Sandspitze kämpfen würden, schmeichelte mir sehr.
Es war lustig mit den beiden zusammen zu sitzen ohne den Druck einer Mission im Nacken. Boingart ist so entspannt, wenn er seine Pfeife stopft, und manche Sorten verströmen einen sehr angenehmen Duft. Ich lernte einiges über Tabak, aber noch nicht genug um ihn zu probieren. Vielleicht irgendwann.
Was Sumack angeht bin ich noch skeptisch, ich bin nie sicher, ob er gern mit mir und den anderen zusammen ist oder nicht. Manchmal wirkt er etwas zurückhaltend und mürrisch, doch dann lacht er mit uns und es entsteht ein vages Gefühl von Zusammengehörigkeit.
Ich hoffe sehr das sich das verstärkt wenn wir uns noch besser kennen lernen.
